fiber #12: Einzelkämpfer_innentum: Masturbation

Achtung! Achtung! Programmerneuerung. Es folgt der Pilot zu unserer neuen fiber-SeXLarge-Kolumne. Weil sex sells und ein Leben ohne sowieso nur halb so ekstatisch ist.

Einzelkämpfer_innentum: Masturbation
Ich mach’s mir selbst. Heute mit dem Bizzy Bear, der multispeedstraponsiliconevibe.

Meine Ambition einen violetten Silikon-Bärchen-Gürtel zu kaufen war die Freihändigkeit. Das heißt nebenbei rauchen, Zeitung lesen, Kaffee trinken. Da paaren sich Unabhängigkeit mit Lustempfinden. Was gibt’s Geileres?!


Aufbau, Material, Handhabung

Mein Bizzy-Bear multispeedstraponsiliconevibe, kurz Klitvib(rator), weil mit Tieren habe ich’s eindeutig nicht. Was sowieso ein Phänomen ist, Delphine, die in die Tiefen meiner Vagina tauchen wollen, glupschaugige Raupen, die mir sagen: „Hab’ kein schlechtes Gewissen, ich bin ein süßes Tierchen und hab’ nichts Schmutziges an mir.“ Ich sag’s gleich, diese Psychoschiene von wegen “verbotenes Selbstbefriedigen leicht gemacht“ brauche ich nicht. Ich ficke sicher nicht mit Hasen, Fischen oder sonstigem Getier, sondern mit mir inklusive Tool und frei nach Laune. Kein Hilfsmittel aber die Butter aufs Popcorn – es geht auch ohne, aber mit ist auch ganz gschmackig. Nun gut, zu den Daten und Fakten. Es handelt sich um einen schwarzen Gummibandgürtel, schon oft gesehen in Omas Nähkästchen, der über die Oberschenkel und Hüfte geschnallt wird. Das Herzstück bildet ein eleganter lippenstiftformatiger silbrig glänzender Vibrator, von sanft bis sehr stark einstellbar und mit seinem geräuscharmen Motor macht er den Großen Konkurrenz.

Ich habe ihn deshalb sehr lieb gewonnen, weil er neben genannten Vorzügen selbstverständlich auch separat verwendet werden kann. Ummantelt wird dieser von einer Silikonhülle in Gestalt eines lila Bären, der die Zunge zeigt. Ob die Funktion hat? Nicht lusttechnisch, vielleicht kommt hier wieder mal das „personifizierte“ Gewissen zum Vorschein: ein kindliches „Ich bin so keck“. Und jetzt geht’s ans Eingemachte. Raus aus der Packung. Die drei Knopfbatterien, beim Kauf inkludiert, in den Vibrator gelegt, zugeschraubt, in den Bären gesteckt. Beim Umschnallen einen kurzen Blick auf die billig erotisch Heteromann genormte Verpackung, zur Orientierung. In Position begeben, ich stehe, und im Uhrzeigersinn am Vibrator gedreht. Das Geräusch, obwohl für die Tatenkraft des Kleinen dezent, irritiert mich. Also schnell im Cowgirlschritt zur Anlage und Musik aufgedreht. Achtung, keine hurtigen stehen-sitzen-liegen Positionswechsel. Das kann unangenehm werden, weil sich die Silikonoberfläche an der Klitoris festschmiegt. Das Vibrieren stimuliert, wird aber schnell monoton. Deshalb Hüften kreisen, ein Bein heben dann das andere. Klingt nach dem Macarena-Tanz, aber Blamagen gibt’s beim Maturbieren sowieso niemals. Die Freihändigkeit erlaubt mir, mich meinem restlichen Körper zu widmen und das ist wohl das größte Plus am Bizzy Bear. Und um der Gefahr der Klit-Überreizung zu entgehen und weil ich am Besten weiß wie, wo, in welchen Tempo, schiebe ich den Gürtel auf Kniehöhe und lege selbst Hand an.

Fazit

Zum Orgasmus bringt mich das monotone Wummern nicht, aber ein will-kommen anregendes Vorspiel ist der Bizzy Bear allemal. Eh klar ich kann’s auch ohne! Und trotzdem, ein bisserl Abwechslung tut auch mir gut. Ich vergebe vier von sex Lustpunkten.

von Jessica Gaspar

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