Silicone Pumpgun „Friendly Fire“ Soundlab/Soul Seduction 2005

„That you know – I write the songs, lyrics, ich ziehe mich sexy an oder nicht, ich singe, bringe die Liveperformance und bin die fucking Frontfrau!“, meinte Barca Baxant bewusst provokativ vor ihrem Gig im EKH anlässlich eines Ladyfest-Solis. Dass sie nicht zu viel versprochen hatte, bewies sie dann auch im sexy Hemd mit Krawatte. Die Menge war jedenfalls begeistert, bestimmt auch Dank ihres tänzerischen Feuers. Nun liegt das erste Album „Friendly
Fire“ vor. Callrider (u. a. The Now Unit), der Mann an den Knöpfchen, und die vormalige Princess Him zeigen in neun
Tracks, was mensch unter „bit boosting popular music“ zu verstehen hat. Da wird fleißig gesampelt, was das Zeug hält. Dabei
vermengen sich schon mal Klaviertöne mit fetten Bässen, Gitarreneinlagen, schrillem Saxofon, Barcas Stimme in vielfacher Ausführung zu einem manchmal pompös anmutenden Schlangentanz. Eine Stimme, die bestimmt zu den herausragenderen der deutschen Musiklandschaft zählt, wenn sie
auch von Zeit zu Zeit etwas an den Nervenenden eines simplen Ohres zerrt. Für mich offenbaren sich Silicon Pumpguns
Stärken in „minimalistischen“ Tracks wie „Travelling“, das für wohlige Stimmung sorgt und Reminiszenzen an Kosheen hervorruft.

s.m. graf