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Nedelle „From The Lion Ðs Mouth“
Kill RockStars/Trost 2005 |
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Ich gebe es zu: Ich habe Nedelle zweckentfremdet. Die Kalifornierin hat gesungen, während ich gebohrt, gehämmert und gesägt habe. Ja genau, sie war der Hintergrund zu meinen neuen Kücheninstallationen. Vielleicht hängt deshalb so manches schief, weil ich irgendwann den Hammer beiseite gelegt und nur noch gelauscht habe. Nedelle spielt die Rolle der Folksängerin mit Gitarrenbegleitung zu perfekt. Meistens singt sie alleine zu ihrer Gitarre und singt ausschließlich für mich (oder diejenige, die gerade lauscht). Das Album ist einfach ein exklusiver Genuss. Manchmal gibt es auch Geigen oder eine Drum- Bass-Combo. Trotzdem wird die Hörerin nicht überwältigt: Keine ewiglichen Refrains oder unnötig in die Länge gezogene Stücke. In wunderbaren Zweiminütern gibt sie ihre Seele preis ohne Kitsch zu strapazieren. Endgültig alles liegen und stehen lässt frau, wenn der Chorus erklingt. Nedelle entwirft ihren eigenen Background- Chor und singt jede Stimme selbst. Dieser Gesangsteppich erinnert an Soul-Sängerinnen aus den 60ern („The Natural Night“, „Begin To Breathe“). Nachdem ihr letztes Album dem Bossanova sehr nahe stand und das vorliegende Oeuvre gar nicht in dieser Tradition steht, bin ich sehr gespannt, was als nächstes auf uns zukommt. Nur Gutes und Schönes! Ute Springer |