M.I.A. „Arular“ XL Recordings/Beggars Group/Edel 2005

Maya Arulpragasam aka M.I.A. (Missing in Action/ Acton) ist die Antwort auf so manche (meiner) Fragen. Selten nimmt die abenteuerliche Biografie einer Musikerin so viel (Text)Raum ein wie in ihrem Fall. Geboren in London als Tochter sri-lankischer MigrantInnen, back to Sri Lanka, ihr Vater Aktivist in der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung unter dem Decknamen Arular, mit elf als Flüchtling wieder in London. Sie studiert Kunst, kombiniert Graffiti mit Wandmalereimotiven ihrer „Heimat“, setzt sich mit Krieg und Unterdrückung auseinander. Vor etwa zwei Jahren begleitet sie die Band Elastica auf ihrer US-Tour und trifft dort mit Peaches zusammen, die sie mit der Roland MC-505
Sequencing Machine vertraut macht. Von da an gibt es, unter Mithilfe einiger Produzenten wie Ross Orton und Richard X, kein Halten mehr. Bereits die erste Single „Galang“ schlägt ein und versetzt auch mich, als ich den Videoclip einmal zufällig im Musikfernsehen erhasche, in helle Aufregung. Schwierig, dieses Gewitter zu kategorisieren. Weltmusik, HipHop, Dancehall, Electro oder doch Grime? Egal, in jedem Fall meine Musik des Sommers
2005 und das Tanzflächen tauglichste Pendant zu Stuart Hall. Ein Selbstvertrauen– Transmitter!

s.m. graf