Holly Golightly „Slowly But Surely“ Damaged Goods/Trost 2004

In altbekannter Qualität setzt Holly Golightly ihre Reise durch Zeit und Raum fort und nähert sich nun, nachdem sie die „Swinging Sixties“ langsam hinter sich gelassen hat auf ihrem 14. Soloalbum
den 1950er, 1940er und 1930er Jahren. Sehr cool und wunderschön, wie ein funkelnder Diamant. Nie wurde der verlogene Ex zärtlicher besungen: „Your love is a lie and you love, a liar. The seat where you sat has gone on the fire.“ Der Song „My
love is“ erinnert an Davenport/Cooleys „Fever“ (Never know how much I love you) – auch hier schnippen die Finger, der Kontrabass hüpft. Dabei ist die Orientierung an bestimmten musikalischen
Epochen keineswegs beabsichtigt, vielmehr liegt es an den „very simple songs, they just go the way they go“, wie Golightly ihre Lieder selbst beschreibt. Auch das häufige Proben der Songs sowie
der Einfluss vom Produzenten Liam Watson von den Toe-Rag-Studios in London, der die Produktion von Anfang an begleitete, lassen die Stücke durcharrangierter und abgestimmter als noch auf
„Truly She Is None Other“ klingen. „Slowly But Surely“ ist wie ein beharrlich plätscherndes Bächlein, das sich unauffällig, aber unaufhaltsam in die Gehirnwindungen eingräbt und dort sein schimmerndes Streugut hinterlässt: „Look at yourself and note everything’s the same. And it’s all in your head.“

steph