Die testcard erscheint halbjährlich und ist eine Anthologie zur Popgeschichte und -theorie. #14 hält, was ihr Titel verspricht: Discover America bietet fundierte und breit gefächerte Beiträge, die ein ungewohnt genaues Bild zu den in Amerika statt finden-
den kulturellen Bewegungen zeichnen. Schon im Editorial und dem ersten Artikel wird deutlich gemacht, welche Ignoranz und Überheblichkeit hinter dem üblichen unreflektierten Wettern – unsererseits – gegen den amerikanischen Kulturimperialismus und gegen Amerika im Allgemeinen liegt. Diese Aussage wird durch genaue Beschreibungen der vom Mainstream abweichenden kulturellen Entwicklungen bestätigt. Der Großteil der genannten KünstlerInnen und MusikerInnen klingt vielversprechend, war mir aber weitgehend unbekannt. Die Bandbreite reicht von Artikeln wie befreite klänge. Die neue Lust an Experiment und Kollektiv“ – eine Beschreibung der neuen, experimentellen Strömungen mit Vertretern wie Animal Collective und Black Dice – über „Die Guten und die Bösen. Beobachtungen zum amerikanischen Aufstand gegen George W. Bush.“ hin zu. „USA: Gender Studies und ihre Wirkung auf die Popkultur“. So informativ die Texte auch sind, Vorkenntnisse im Bereich der Cultural Studies und eine große Plattensammlung oder genug Geld, um die eigene zu erweitern, sind genauso vonnöten, um ihren Wert tatsächlich schätzen zu können, wie eingehende Kenntnisse der Popgeschichte.
Alexandra Policzer
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