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Valerie Solanas SCUM – Society for Cutting Up Men (Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer) |
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| Der Mann ist eine biologische Katastrophe, psychisch passiv und Intelligenz ist für ihn lediglich das Werkzeug zur Erfüllung seiner Triebe und physischen Sensationen. Er empfindet Schuld und Scham wegen seiner sexuellen Impulse, leidet an Vaginaneid und projiziert die eigene Minderwertigkeit auf die Frau, die er unterdrücken muss, um bestehen zu können. Valerie Solanas fordert in SCUM leidenschaftlich, scharfsinnig und mit viel Humor den Sturz der partriarchalen Ordnung und stattdessen eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung, bestehend aus freien Individuen. Der wortgewaltige Sprachfluss reißt mit und verführt ganz im Sinne eines Manifests. Solanas spielt so brillant mit partriarchalen Argumentationsstereotypen, dass sie diese selbst außer Kraft setzt: Sie verwendet Klischees, spiegelt diese, bricht sie, zwirbelt sie auseinander und flichtet sie erneut in atemberaubender Geschwindigkeit so geschickt zusammen, dass es unmöglich ist, ihrem Werk mit plumper Kritik zu entgegnen. Man kann ihren Gedankensträngen weder schnell zustimmen, noch sie leichtfertig vom Tisch fegen. SCUM polarisiert und schafft Diskurs, somit hat Solanas mit ihrem Manifest eines der höchsten künstlerischen Ziele erreicht - sie zwingt zu tief gehender Auseinandersetzung und das auch 30 Jahre nach der Erstausgabe dieses Klassikers. Gudrun Christine Jöller |