In diesem zum 50. Todestag der Philosophin herausgegebenen Buch wird die Aktualität der politischen Philosophie Hannah Arendts aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Neben zwei Texten von ihr enthält dieser Band Vorträge von acht PhilosophInnen, die auf einer internationalen Tagung im November 2002 gehalten wurden. Einleitend stehen zwei Beiträge von Hannah Arendt, die die Struktur, Funktion und Wirkung von Terror analysieren und ihn auf die Begriffe der Überflüssigkeit und der Verlassenheit beziehen: Denn erst wenn Menschen als menschliche Wesen überflüssig gemacht und ihrer Spontaneität beraubt sind, kann der totalitäre Herrschaftsanspruch in seiner Totalität gelingen, so eine Arendt’sche These. An ihre Arbeiten schließt sich der Beitrag von Margaret Canovan an, die betont, dass Verantwortung bei Arendt sich sowohl auf die vergangenen Handlungen als auch auf zukünftige Auswirkungen gegenwärtigen Handelns bezieht. Nancy Fraser plädiert im Anschluss dafür, sich wie Arendt in der Lücke „zwischen Vergangenheit und Zukunft“ einzurichten, die Gegenwart historisch zu betrachten und die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts für die Menschheit derart zu erfassen, in der Hoffnung, ihrer weiteren Umsetzung in die Realität vorzubeugen. Das Buch eignet sich hervorragend, einen Einblick in die Totalitarismusanalysen von Hannah Arendt zu bekommen.
Birgit Mennel
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