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Laura Kipnis |
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| Rezensieren wollte ich dieses Buch, weil mich kritische Arbeiten darüber interessieren, wie Gefühle, Begehren, Sexualität ge- sellschaftlich organisiert werden. Und weil in der Verlagsankündigung stand, dass Kipnis sich auf Marx, Marcuse und Foucault bezieht. Und weil ich sie als feministische Theoretikerin kenne. Jetzt sitze ich da mit einer flapsigen Polemik gegen die Institutionen Monogamie und Ehe. Was auch ganz schön ist, und ohnehin zum Standardrepertoire sozialistischer Feminismen wie auch queerer Theorien gehört. Noch schöner wär’s gewesen, wenn die Autorin die gründliche Ausradierung dieser reichen Wissenstraditionen im Mainstream nicht wiederholt, sondern sich darauf bezogen hätte. Aber dann das: „Die einzige Bevölkerungsgruppe, die ein uneingeschränkt positives Verhältnis zur Ehe hat, sind die Homosexuellen.“ Angesichts dieser beachtlichen Ignoranz gegenüber der Vielfalt les-bi-schwul-trans-politischer und queerer Positionen zu genau dieser Frage wird mir egal, was mich über weite Strecken des Buches beschäftigt hat: ob der triste Witz („Bitte anschnallen. Unser Thema ist die Liebe, da kann es schon mal heftiger zur Sache gehen“) eine Sache der – im Übrigen hinsichtlich feministischer oder queerer Terminologie rührend uninformierten – Übersetzung ist oder das, was sich die Wissenschaftlerin als Preis für das Gewinnen einer größeren Öffentlichkeit vorstellt? Johanna Schaffer |