
![]() ![]() |
Katrina Daschner Killing The Systems Softly |
|
| Wie werden lesbische Identitäten konstruiert? „Wie konnte der ‚Unfall’ des Lesbisch-Werdens passieren?“ „Do you think having a sister, but no father, makes it easier to become a lesbian?“ (Daschner 2004) Diese Fragen verfolgt die queer- feministisch verortete Künstlerin Katrina Daschner in ihrem Fotoband „Killing the Systems Softly“ in dekonstruktivistischer Art. Die in Performances mit oder ohne Publikum entstandenen Fotos geben humoristisch-verspielte Antworten, indem sie dem Privaten Zugewiesenes sozial inszenieren und dadurch dekontextualisieren. Ohne einer „wirklichen“ oder „echten“ Biografie erzählt dieses Buch (eine?) Geschichte/n, versetzt in Stimmungen. Bezüge zu Theater und Film finden sich durchgehend, z. B. in Form der vielfältigen Masken oder der Anspielungen auf Vampirinnen mit rot verschmierten Mündern. Herausragend fand ich einerseits die Nähe und Zärtlichkeit transportierenden Pärchenkonstellationen-Bilder, die andererseits auch Zweierromantiken auf den Arm nehmen, wenn Daschner sich mit sich selbst in verschiedenen Gesichtern wiederfindet, nahe kommt und anordnet. Auch der Status des Phallus als übermächtig wird durch „Feminisierung(?)“ und lesbische Aneignung unterwandert, wenn er sich in gehäkelter Form an Katrinas Körper wiederfindet oder als Hundespielzeug umfunktionierter Dildo auftaucht. Der charmanten Verführung dieses Buchs sollte jede mit vollem Genuss erliegen. Dominika Krejs |