club transmediale ist eine Plattform für elektronische Musik, die im Februar 2005 zum sechsten Mal das „International Festi-
val for Electronic Music and Related Visual Arts“ in Berlin veranstaltete. Und nun gibt es auch dieses Buch mit Texten zum Thema Körper, elektronische Musik und die damit verbundene Frage, inwieweit die Ästhetik, die Idee oder auch Technologien der elektronischen Musik die Konstruktion oder Dekonstruktion von Körperkonzeptionen beeinflussen könnten. Stellt die Ent-
materialisierung des Körpers, die Abwesenheit von biologischen Körpern von KünstlerInnen ein identitätspolitisches Potenzial dar? Pinky Rose bringt mit folgender Bemerkung in ihrem Text „Reset: Weiblich?“ das Problem dieses Buches zum Ausdruck: Was tun, „wenn das Wissen darüber, wie diese Auflösungsprozesse instru-
mentalisch und technisch zu installieren sind, mehrheitlich den Männern in Gestalt von Tüftlern und Ingenieuren verbleibt“. Eben dieses Soundtüftlergetue in einigen Aufätzen, vorwiegend von Männern verfasst, geht manchmal am Thema vorbei und kippt in eine anstrengende ExpertInnensprache. Die Texte von Pinky Rose oder Mariola Brillowska zeigen, dass die Perspektiven von Frauen – die im Buch skandalös unterrepräsentiert sind – zu diesem Thema die eindeutig spannenderen sind. Nichtsdestotrotz sind die Videoanalysen von Olaf Krnik und der Text von Tom Holert zu Glamour in der elektronischen Popkultur sehr gelungen.
Beate Hausbichler
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