
![]() ![]() |
Judith Butler Gefährdetes Leben. Politische Essays |
|
| Butler wendet sich in den vorliegenden Texten der aktuellen politischen Situation in den USA zu. Die fünf Essays handeln wieder von Identitätspolitik, diesmal jedoch von einer anderen Seite aufgerollt. Wie passiert Entmenschlichung im öffentlichen Diskurs? Wie wird ein kritisierendes, sprechendes Subjekt nicht „hörbar“ und seine Kritik damit zunichte gemacht? Wie weit greift die Enthumanisierung in das Strafrecht ein? In konkreten Beispielen führt Butler die Folgen solcher Strategien an: z. B. die unbegrenzte Haft und völlige Entrechtung der Gefangenen in Guantanamo Bay. Wesentlich für die Unterstützung von der Bevölkerung dafür sei eine ständige Präsenz der Geschehnisse durch eine ritualisierte und institutionalisierte Trauer, die die Ereignisse um den 11. September und die Emotionen stets wiederholen soll und so der Rechtfertigung für jegliche Gewalt liefern, so Butler. Neben dem Thema der Enthumanisierung stehen die Reglementierungen der Kritik bzw. die Strategien einer bereits funktionierenden Zensur im Mittelpunkt der Essays. Butler versucht zu zeigen, wie diese Reglementierungen eine Stigmatisierung der KritikerInnen als linke NostalgikerInnen oder gar als AntisemitInnen bereits erreicht hat. Konsequenz: Kritik, die nicht der nationalistischen Norm entspricht, wird jegliche Öffentlichkeit entzogen. Judith Butler beschreibt Vorgänge, die jedeR leider schon seit Jahren selbst beobachten kann, sie bietet aber viele neue Aspekte einer möglichen Analyse dieser Ereignisse. Beate Hausbichler |