VATER-MUTTER-KIND

Sexy (Re)Konstruktion, Bestätigung und Zementierung des Kleinfamilienkonzepts mit starren Hierarchien. Kann mit zwei bis fünf Personen gespielt werden. Eine weibliche ist die Mutter und bleibt zu Hause, freut sich auf den Mann, wenn der endlich nach Hause kommt von der Arbeit. Eine andere macht den Vater, im Norm- und Idealfall männlichen Geschlechts. Er führt laut Wort, sagt, was zu tun ist, was zu vermeiden. Eine, nebensächliche, ohne spezielle geschlechtliche Identifizierung, ist das Kind – meint Mund halten und zuschauen. Alle anderen geben sich als Vetter, Schwester, Kusinen – kurz: verwandtschaftlicher Besuch der Kleinfamilie. Das Kind darf auch der Hund sein, oder der Hund das Kind. Getan wird dann das Übliche. Vater: „Das war heute schon anstrengend
in der Arbeit (grunz).“ – Mutter: „Willst ein Bier?.“ … „Ich hab dir was zu essen gemacht.“ Die beiden schauen sich an und irgendwie ist das soo spannend, prickelnd, soviel Begehren, soviel Nähe ... so erwachsen.
Das Kind fängt an zu reden, völlig uninteressant, ach schon wieder lästig, hat hier eigentlich gar nicht viel zu melden. Ist der Erich einmal nicht da, springt einfach die Monika ein, für die Vaterrolle,
Johannes bleibt Kind, wie immer. Die kurz aufflackernde Subversion bricht sofort nach seiner Rückkehr in sich zusammen. Eine kleine Familie wie sie im Bilderbuch steht. Alle sind froh, weil es so gehört.

Dr. Dra