Sozialanimal – Die wilden Hyänen

In zeitgenössischen RatgeberInnen zum Konkurrenzverhalten von Frauen wird die Hyäne auch mal ganz locker synonym für die böse Kollegin verwendet. Was einerseits die tierische Verquickung menschlicher Sprache und Projektion zeigt, als auch die Gefahr des biologischen Essenzierens birgt. Doch auch Vorbildwirkung ist möglich. Sie ist das wilde Tier oszillierend zwischen Katze und Hund. Frisst Totes wie noch Lebendiges. Selbst mitunter die eigenen KollegInnen oder liebreizende Antilopen (auch die Hübschen kommen nicht davon!) verspeist sie ohne Zucker mit Haut, Haar, Hufen und Knorpeln. Was sie nicht braucht, kommt ohnehin wieder raus, sie behält nur das notwendigste Kraftbringende. Angeblich ein Grund, warum Monika Treut (Gendernauts!) ihre Filmfirma nach diesem hybriden Tier benannte; ihr Lieblingstier, sagt sie. Sie kommuniziert mit einem fast schon grausigen Lachen, „das die Unterwerfung unter ein älteres Clanmitglied“ zum Ausdruck bringt. Nimm’s mit Humor … Die Getupften der Familie der Hyaeniden, auch genannt Tüpfelhyäne, leben in matriarchalischer Sozialordnung in Familienverbänden. Vielleicht weil sie meist zehn Prozent größer ist als er? Das Beste kommt aber erst: „Die Weibchen haben neben einer penisartig verlängerten Klitoris paarige Schwellungen, die den Hoden der Männchen ähneln.“ Diese possierlichen Tierchen verstecken ihre Genitale also ganz und gar nicht, sondern stellen sie dermaßen zur Schau, dass die unterlegenen Männchen sprichwörtlich den Schwanz einziehen. Weshalb sie von zoologischen Autoritäten immer wieder mit ihrem gendermäßigen Counterpart verwechselt und politisch wie wissenschaftlich sehr unkorrekt gar als Zwitter bezeichnet wurde. Alles nur Tarnen und Täuschen. Also mehr Verwandlungen! Smash the categories!

Quellen

Burnie, David (Hg.): Tiere. Die große Bild-Enzyklopädie. Dorling Kindersley 2001

Tierenzyklopädie: www.tierenzyklopaedie.de

Monika Treut: www.hyenafilms.de