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Fourty-two Things that You Can Do to Make the Future Safe for Sex (aus: Pat Califia, 1994) 1 Angesichts von unerwünschten Wirkungen der Verschärfungen des Sexualstrafrechts im europäischen Raum, die mit effizientem Jugendschutz argumentiert werden, scheint es (schon wieder, fortgesetzt, immer noch) dringlich, Califias Anregung aufzugreifen, sich einzumischen. Diese sukzessive Demontage von sexueller Aufklärung und Selbstbestimmung der Bevölkerungen, insbesondere der weiblich konnotierten, behinderten und jungen, geht damit einher. Laura Méritt ist seit 15 Jahren in Sachen S-expertisen, als Sex Educator, Geschäftsfrau mit feministischer Mission in Sachen sexuelles Wohlbefinden und Information, Linguistin, Autorin aktiv 2. Sie ist eine jener wunderbaren Erscheinungen, die all diese Positionen und Aktivitäten im Sinne der sexuellen Aufklärung und Entfaltung für Frauen und Transgenderpersonen verbinden kann. Laura Méritt ist im Herbst 2004 in erster Instanz nach § 184 des deutschen Strafrechts wegen Verbreitung von Pornografie verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Grund: Ein Pornojäger hat auf ihrer Homepage entdeckt, dass Méritt neben Sextoys auch Sex-Educative-Literatur und feministische Pornovideos vertreibt, und hat Anzeige eingebracht. Wenn Méritt rechtskräftig verurteilt wird, hat sie mit Tausenden Euro an Prozess- und Anwältinnenkosten zu rechnen und ihre Videos werden vernichtet. Aus der Sicht jener patriarchal-herrschaftlichen Logik, die gegenwärtig das Recht auf Schwangerschaftsabbruch infrage stellt, Frauen zunehmend den Platz der Armut zuweist und Körper in erster Linie als (auch kapitalistisch sexualisierbares) Produktionsmittel ansieht (Fortsetzung der Liste offen), ist es nur konsequent, an einer, die für selbstbestimmte Lust und Aufklärung eintritt, ein Exempel zu statuieren. Anhand dieser (und etlicher anderer) Verurteilungen zeigt sich, dass die Exekutive weder in der Lage noch interessiert ist, zu unterscheiden, wovor und vor wem Jugendliche zu schützen sind. Eine rigide Gesetzgebung wird immer auch gegen jene verwendet, die sich nach herrschaftslogischen Kriterien schwer einordnen oder sich nicht für die staatliche Doppelmoral funktionalisieren lassen. Zugang zu Information, Aufklärung und die Stärkung als gesellschaftliche Gruppierung schützt Jugendliche. Unterstützung für Laura Méritt in Form einer Spende ist möglich: Laura Méritt, Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00, Kto. 74 000 9214, Stichwort: Expertise Webtipps: www.dragkingdom.de/laura.pdf www.sexklusivitaeten.de Klaudia Gruber 1 Califa, Pat: Public Sex. The Culture of Radical Sex. Cleis Press 1994 2 Laura Méritt war im Mai zur fiber-Kontroverse geladen (siehe fiber 5). |
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