 |
Mix Max
-Identitätswechsel kinderleicht - Heiteres Stereotypen demolieren!
Ich hätte
ja niemals gedacht, dass ich im zarten Alter von ca. 6 Jahren oder gar
früher, also Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts, bereits
in punkto sozialer Vielfalt und Toleranz aufgeklärt wurde. Und das
noch dazu in einem Dorf in Kärnten. Begonnen hat das alles an jenem
Tag, als unsere Mutter mit Mix Max von Ravensburger nach Hause kam. Damals
haben wir unsere Zukunft in der Landjugend und bei diversen freien Parteien
verspielt.
Und das ging so: Ein Jäger, eine feine Dame, ein Koch und viele mehr
werden geviertelt, sodass jeder Körper der Figur aus vier Abschnitten
besteht. Jeder Abschnitt bekommt ein eigenes Kärtchen. Von nun an
wurde gemixt. Der Herr Jäger hatte bald ein mit Perlenketten geschmücktes
Dekoltée und trug dazu Badeschlapfen. Die Dame vom Typ Dagmar Koller
musste sich mit extremer Beinbehaarung herumärgern. In kindlicher
Euphorie wurden Geschlechter, Berufskleidung und modische Trends gemischt.
Einerseits konnten wir somit unserer Kreativität in Sachen Kleiderkombinationen
freien Lauf lassen und andererseits vermischten wir die Geschlechter.
Ganz einfach ausgedrückt. Irgendwann waren die gemixten Figuren gewohnte
Anblicke, deshalb spielen wir wahrscheinlich nicht mehr Mix Max. Trotzdem:
Danke Mama! Manchmal überkommt mich aber das Bedürfnis, meistens
in öffentlichen Verkehrsmitteln, spontan Menschen ein Mix Max Spiel
schenken zu wollen. Vielleicht sollte ich das einfach einmal tun.
Autorin:
Ute Springer
|
|