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"Badasss
Cinema" Blaxploitation setzt sich aus "black" und "exploitation"1 zusammen und bezeichnet ein Genre des US-amerikanischen Films der 70er Jahre, in dem hauptsächlich VertreterInnen der "black community" mitwirkten. Die nämliche Ausbeutung vollzog sich durch den Mangel an Filmen bei gleichzeitig rapide zunehmenden Kinosälen und daraus folgender Billigproduktion von "schwarzen" Filmen, bei welchen meist "Weisse" das Sagen hatten. Zielgruppe war zunächst das "schwarze" Kinopublikum das vom "weißen" Hollywood 1971 "entdeckt" wurde; das Jahr in dem der wohl bekannteste Blaxploitation-Vertreter "Shaft" das Licht der "freien" Hollywood-Welt erblickte. Richard Roundtree verkörpert hier den coolen, witzigen, gut gekleideten, "schlagfertigen" Privatdetektiven, der jede Frau mit Sprechrolle - gleich ob "schwarz" oder "weiß" - sexuell beglückt und sogar den schwulen und "weißen" Barkeeper vernaschen könnte, wäre Shaft nicht unglücklicherweise so unglaublich heterosexuell. Er tritt zum famosen soundtrack von Isaac Hayes für die gerechte Sache ein, läßt sich aber auf einen Auftrag eines "schwarzen" "Gangsterbosses" ein, um dessen Tochter (ohne Sprechrolle!) aus den Fängen der Mafia zu befreien. "Shaft" und alle "black heroes" die danach kamen, waren die Antwort Hollywoods auf den unerwarteten Erfolg des ebenfalls 1971 von Hollywood unabhängig produzierten Films und Begründer des Blaxploitation-Genres "Sweet Sweetback's Baadasssss Song" von Melvin van Peebles. Sweetback - der Titelheld - ist ein "schwarzer" heterosexueller, omnipotenter Prostituierter, der als Gegenleistung für den ungestörten Betrieb des Freudenhauses von seinem Zuhälter gebeten wird mit zwei "weißen" Polizisten mitzugehen - alibihalber. Auf dem Weg in das Revier holen die "pigs" einen "schwarzen" Revolutionär ab, der außerhalb der Stadt von ihnen "bearbeitet" wird. Sweetback kann nicht untätig zusehen und schlägt seinerseits die beiden Polizisten tot. Sweetbacks abenteuerliche Flucht beginnt. Die "pigs" setzen alles daran, Sweetback zu schnappen. Das tragische Ende Sweetbacks scheint kurz vor der mexikanischen Grenze besiegelt, als Bluthunde auf ihn gehetzt werden. Doch nein! In der letzten Szene sieht man die Hundeleichen im Grenzfluß schwimmen und keine Spur von Sweetback! Klingt auf den ersten Blick nicht nach einem außergewöhnlichen Film. Gemessen an der politischen Aussage des Films, war das allerdings eine Revolution. Ein "schwarzer" Mann hat in einem US-amerikanischen Film im Jahr 1971 erstens: Sex! Mit vielen - auch "weissen" Frauen!!, zweitens: zwei "weisse" Polizisten getötet! Und diese Frechheit hat er drittens: nicht einmal büßen müssen. Er hat am Schluß des Filmes tatsächlich überlebt. Das macht ihn doch zu einem Helden. Darf er das denn überhaupt sein? Sweetback durfte. Er tat, was vor ihm kein "Schwarzer" in Hollywood durfte. Nach dem skandalösen, den Ku-Klux-Klan verherrlichenden Film "Birth of a Nation" (1915) - in dem ein - durch die Befreiung aus der Sklaverei - "verwildeter, sexuell-aggressiver Schwarzer" eine "Weiße" bedroht, wurde afro-amerikanischen Darstellern im Hollywood-Film die Sexualität abgesprochen. Fortan blieben deren Rollen auf Entertainment, Spiritualität, Dienstbarkeit und Opferbereitschaft für die "weißen" Frauen und "Herren" reduziert. Bis zum Film "Sweet Sweetback's Baadasssss Song". Was danach folgte verlor jedoch schlagartig an Subversivität. Bis heute währt die Debatte um das politische Potential von Blaxploitation inner- und ausserhalb der Black Community. Es dominieren in diesem Genre machistische Charakterisierungen, welche die Selbstsetzung schwarzer Männlichkeit auf Kosten einer eindimensionalen Darstellung von Frauen bedingt.2 Männer werden in erster Linie als Stereotypen des toughen Gangsters, Dealers und Zuhälters, Frauen mehrheitlich als Prostituierte dargestellt. Dennoch war Blaxploitation für die Black Community zugleich auch die Rückeroberung von Sexualität und Selbst(be-)achtung im Film: "I am somebody!" (James Brown) Text: Dorel Coban & Nina Stastný ____________________________________________________________ |
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