http://www.kittenpainting.freeuk.com

"Kitten Painting attended her first gig at a tender age. Her fur stood on end, her tail twitched, she smelled beer and fags and sweat and GUITARS. She saw smoke and lights and funny hair and GUITARS. It rocked her world. She wanted more..."

Wer sich mit diesen Worten identifizieren kann, der implizierten Einladung folgt und die Welt der Kitten Painting betritt, findet sich in einem der unbekanntesten, sympathischsten, coolsten und, ich muss es leider sagen, niedlichsten Ego-Zines der weltweiten Webs wieder, umgeben von Katzen und Menschen in Pop-Ikonenform. "Ich bin entweder eine Cartoonkatze, die einen Pop Art-Kleidungsstil und ein Faible für Rock 'n' Roll pflegt oder aber ein Mädchen, dass in Latschen mit Leopardenmuster durch London streift und laut Meinung der Allgemeinheit schon viel zu alt ist für all das..." Was sie keinesfalls davon abhält, den BesucherInnen ihrer Website ausführlichst von ihrem liebsten Freizeitvertreib zu berichten: "Personal best: 100 gigs in 1996". Neben Gig Reviews, historischen Auflistungen persönlicher Playlists und ausgesuchten Trivialfakten aus dem Populärmusikuniversum zeigt Kitten unter "Pop Art" unter anderem erfundene sowie auch erlebte Begegnungen mit Rockstars - zumindest behauptet sie, dass das amüsante Bild von William Reid und Hope Sandoval, die bei Habitat Kissen einkaufen, keiner Halluzination entsprang. Kirsten, deren Alternativname Kitten Painting durch eine Rechtschreibprüfung ihres Namens mit dem alten Computer ihrer Mutter entstand, zeigt sich in ihrem Zine zwar als anonymisierte Comicfigur in Katzen- und Menschengestalt, gleichzeitig jedoch von einer sehr persönlichen Seite des Rockexpertinnentums, die gesunden Fanatismus zulässt aber auch zu ironisieren weiß. Einer der grössten Ausbrüche von Begeisterung in Kitten's illustriertem Gigarchiv gilt keinem der im Gitarrengenre zahlenmässig haushoch überlegenen Männer, sondern Karen O von den Yeah Yeah Yeahs. Vereinzelt auf den Plan tretende Musikerinnen werden wahrgenommen und ihre häufige Randposition als "keybord & tambourine chicks" bemängelt, doch natürlich lässt sich Kitten Painting davon nicht den Spass an "music in general and of grubby little bands playing in shabby, sticky-floored venues in particular" verderben - und das ist gut so! Schaut vorbei. Sollten euch Gitarrenbands nicht interessieren, die Optik der Seite allein könnte es wert sein.

Autorin: Lisa Max