Körperfunktionen: PISSEN!


Ich muss ja dauernd! Derlei ist wohl bekannt. Nicht jedoch das unglaubliche Potential des, nicht nur physisch, notwendigen Vorganges. Unterschätzt sind beispielsweise die unglaublich kontemplativen Momente und kreativen Ausflüsse. Während aufreibender Arbeitsstunden schenkt häufiges Urinieren auch Nichtrauchenden so manche kurze Pause, zermürbende Entscheidungsprozesse schiessen mit dem Pissstrahl in die Zielgerade und finden, befreit und mit gewonnener Distanz, ihre Durchsetzung. Pissen bietet zudem subversives Potential um "doing-gender"-Konventionen zu unterlaufen. Damit gemeint ist nicht nur die Irritation seitens der Platzhirsche oder die Verärgerung der um Erleichterung buhlenden Damen, wenn eine schnurstracks vorbei an der verdutzten Schlange, das (immer freie!) Herrenklo ansteuert, sondern auch das Pissen im Stehen. Perfektionieren sollte eine das am besten in freilufttauglichen Zeiten, doch bei genügend Praxis und/oder unter Zuhilfenahme eines mobilen Urinals für die Frau , werden die nächsten Frühlingspflanzen nicht mehr ohne Dünger à la homo sapiens femina auskommen müssen und auch das Revier sollte dann selbst für überzeugte Hormon- und Pheromongeplagte klar sein.

Autorin: Nina Stastný

 

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