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Warum ich
heute hier vor Ihnen schreibe, ist sehr einfach und Sie werden bald erkennen,
dass ich prädestiniert dafür bin. Ich bin nominiert für
den World Best of Planetarium, also irgendwie Galacticum Saurus tromendium
Rex Orgiasticum. Ja, das bin ich. Wenn sie jetzt bitte applaudieren könnten,
wäre das zu freundlich. Stille. Herzlichen Dank. Ja, ich bin nominiert
für meine Bescheidenheit, meinen schüchternen Charme, und mein
Einfühlungsvermögen. Für meine Kompromißbereitschaft,
meine Anpassungsfähigkeit, und meine Zurückhaltung neue Märkte
zu penetrieren, was mir nebenbei gesagt schon rein anatomisch gar nicht
möglich wäre. Besonders begeistert hat die Jury, ich zitiere
wörtlich: "Ihre Hartnäckigkeit, zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten
auf den Grund zu gehen, um das Klima zu verbessern, wodurch mann sie oft
als Psychobacchantin abtut. Beeindruckt haben uns auch ihre feinen Züge,
zum Allgemeinwohl beizutragen, indem sie ein Drittel weniger verdienen,
als ihre männlichen Kollegen. Ihre Sensoren die Stimmungsschwankungen
ihrer Mitmenschen zu erahnen, und deshalb nie jemanden mit ihren eigenen
Wünschen zu belasten, beweisen fast seismographische Präzision.
Für ihre Konsequenz und ihr Durchhaltevermögen, kaum bzw. eigentlich
nur am Muttertag gelobt oder beklatscht zu werden, und auch nicht mehr
zu fordern, will die Jury der Nominierten heute den World Best of Planetarium
2002, verleihen. Dieser Preis macht auch auf die zahlreichen gesundheitlichen
Probleme aufmerksam, die durch dieses Durchhaltevermögen entstehen."
Zitat Ende. Ich bedanke mich, vor allem bei der sensiblen Ignoranz meiner
männlichen Kollegen, bei ihrer eingeschworenen Packelei, und ihrem
konsequenten Nabel der Welt Gefühl, die die Vergabe dieses Preises
hier im Wiener Planetarium überhaupt erst möglich gemacht haben.
Dieser Preis inkludiert auch die Übergabe der bisher aus mysteriösen
Umständen zurückbehaltenen 50% des Weltkapitals. Auf das wir
ab heute, die Sterne nicht mehr nur beobachten, sondern fest im Griff
haben!
Autorin: Tanja Witzmann
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